STARTE HEUTE - DU KANNST HELFEN!
- Dani Jakob
- 22. März
- 2 Min. Lesezeit
Das Symptom als Wegweiser - Starte heute mit einer Übung.
Wie reagieren wir als Eltern auf die Symptome unserer Kinder?
Das Entstehen eines Symptoms ist oft ein kaum merklicher, schleichender Vorgang.
Anfangs sind es nur kleine Andeutungen: ein leicht verändertes Verhalten, ein neues Schweigen, eine Spannung, die in der Luft liegt, Momente des Rückzugs. Wir nehmen sie wahr, vielleicht mit einem kurzen Innehalten – und gehen dann wieder in den Alltag zurück.
Doch nach und nach verdichten sich die Hinweise. Das Symptom zeigt sich deutlicher, wiederkehrender, fordernder. Es wird nach und nach zu einem festen Bestandteil unseres Alltags. Das ist der Moment, wo wir beginnen, uns Sorgen zu machen. Wir suchen nach Erklärungen, vergleichen, lesen, fragen andere Eltern. Und während wir das tun, wächst in uns ein leises, unruhiges Gefühl.
Manchmal mischt sich Angst dazu: Haben wir etwas übersehen? Etwas falsch gemacht? Einen Moment verpasst? Dieses Gefühl ist schwer auszuhalten – denn es rührt an unser tiefes Bedürfnis, unserem Kind Sicherheit zu geben, es zu schützen, ihm zu helfen. Wenn wir spüren, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, geraten wir selbst in Unruhe.
Doch was, wenn das Symptom – so beunruhigend es momentan auch scheint – kein Feind ist? Was, wenn es vielmehr der Versuch des Kindes ist, sich selbst zu helfen? Ein Ausdruck innerer Not, der auf etwas hinweist, das bisher ungehört geblieben ist?
Ein Symptom kann der erste, manchmal einzige Weg sein, über das zu sprechen, wofür noch keine Worte da sind. Es ist, als ob das Kind über seinen Körper, über sein Verhalten oder über Rückzug etwas sagt wie:
„Etwas stimmt nicht für mich. Bitte hilf mir, das zu verstehen.“
Wenn wir aufhören, gegen das Symptom anzukämpfen, und beginnen, ihm zuzuhören, verändert sich etwas Grundlegendes:
Aus Druck wird Vertrauen, aus Angst wird Verbindung, aus Hilflosigkeit wächst Verständnis.
Denn hinter jedem Symptom steckt ein Versuch, Ordnung wiederherzustellen, ein innerer Ruf nach Sicherheit, Nähe oder Ausdruck.
Das Symptom verliert seine Schärfe, wenn es gesehen werden darf.
Manchmal genügt schon ein stilles, ehrliches Hinsehen – ein inneres „Ich sehe dich, ich höre dich“ – um Heilung in Bewegung zu bringen.
REFLEXIONIMPULS für dich als Mutter oder Vater
• Wann habe ich das erste Mal bemerkt, dass etwas „anders“ war?
• Wie habe ich damals reagiert – mit Sorge, Kontrolle, Rückzug, Ablenkung, Ablehnung?
• Was war mein erster Gedanke über mich selbst in diesem Moment?
ÜBUNG – Sanftes Beobachten - Journaling
Nimm dir in den kommenden Tagen jeden Abend drei Minuten Zeit - atme ruhig - denke an das Symptom deines Kindes – ohne zu analysieren, ohne zu urteilen - nehme phänomenologisch und wertfrei war.
Frage dich still: „Was beobachte ich? Was stellt sich dar? Was fühle ich?“
Schreibe jeden Abend intuitiv ein, zwei kurze Sätze dazu auf.
Schreibe auf, was dir als Erstes einfällt - nicht mehr. Lass stehen, was kommt - bewerte nicht, was du schreibst.
Nach einigen Tagen wirst du vielleicht bemerken, dass sich dein Blick langsam verändert – vom Bekämpfen zum Verstehen. Das ist der erste Schritt zur Veränderung - vertraue dir und deiner Intuition - schreibe weiter und lass die Veränderung in dir wachsen. Lass dir Zeit dafür.

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